Trotz Zukunftskonzept und Firmenjubiläum: Geschäftsführung verkündet Firmenschließung als beschlossene Sache

Wir haben kein Verständnis für Arbeitsplatzabbau und Wäscherei-Schließung (Update)

(25.02.2021)

Im Herbst 2020 hatte die bardusch-Geschäftsführung gegenüber den Mitbestimmungsgremien die Zukunftspläne für den Standort Neumünster bekräftigt. Kurz vor Weihnachten legte die Arbeitgeberseite dann ihre geheimen Pläne offen: Der Standort Neumünster soll laut Geschäftsführung in Zukunft als reiner Lager- und Logistik-Standort fungieren. Die Wäscherei - das Herzstück des Textilservice-Betriebs - mit 24 Beschäftigten hingegen geschlossen werden.
„Das war ein Schock für die Beschäftigten. Innerhalb kürzester Zeit haben sich etliche unserer Mitglieder an uns gewendet und um Unterstützung gebeten“, berichtet der zuständige Gewerkschaftssekretär Steffen Kreisl. Die Beschäftigten haben zusammen mit dem Betriebsrat und der IG Metall schnell reagiert und das Vorgehen skandalisiert. „Es gibt seit etlichen Jahren von den Beschäftigten selber entwickelte Zukunftskonzepte. Diese werden jetzt als zu kurz gedacht bezeichnet und ohne ernsthafte Diskussion vom Tisch gewischt“, berichtet Michael Karkossa, Betriebsrat bei bardusch in Neumünster, von den aktuell laufenden Verhandlungen.

„Wir haben kein Verständnis für den plötzlichen Arbeitsplatzabbau und die Schließung des Standortes“, so Stephanie Schmoliner, Geschäftsführerin der IG Metall Kiel-Neumünster. Ihre Position ist klar „Die Kolleg:innen haben wegen der bevorstehenden Kündigungen akute Existenzängste. Die bislang angebotenen Übergangsregelungen und Abfindungen sind viel zu niedrig. Sie bieten keine Perspektive, sondern schüren die Angst vor dem sozialen Fall. Das ist nicht hinnehmbar. Besonders nicht, weil es sich bei bardusch um einen traditionsreichen Familienbetrieb handelt. Wer sich soziale Werte auf die Fahne schreibt, der wird auch daran gemessen.“
„Am Freitag, 26. Februar 2021 findet um 10.00 Uhr auf dem Betriebsgelände im Kornstieg 12 eine Betriebsversammlung statt. Im Anschluss setzen die Kolleg:innen ein symbolisches Zeichen, damit die hier verpassten Zukunftschancen und die verlorenen Arbeitsplätze uns allen eine Mahnung sind. Statt eines Textilbetriebs bleibt eine verwaiste Halle und ein unfertiger Rohbau. Wirtschafts- und sozialpolitisch ein herber Rückschritt auch für den Standort Neumünster. Außerdem ein Mahnmal für verpasste Zukunftschancen“, erklärt Steffen Kreisl.

Ansprechpartner
Steffen Kreisl
IG Metall Kiel-Neumünster
Telefon: 0160-533 12 46
E-Mail: steffen.kreisl@igmetall.de

Update: Mahnwache „Zukunft gestalten statt Arbeitsplätze vernichten“


Auf dem Foto ist die Mahnwache „Zukunft gestalten statt Arbeitsplätze vernichten“ zu sehen. Die Belegschaft hat hiermit erneut ein entschlossenes Zeichen gegen die Pläne der Wäscherei-Schließung gesetzt.
Solidarische Unterstützung für die Belegschaft, den Betriebsrat und die IG Metall kam durch Tobias Bergmann, Oberbürgermeisterkandidat der SPD.



Fotos: Rolf Olsowski, Kieler Arbeiterfotografen


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